Gewalt hat viele Gesichter…

Gewalt in Ehe oder Partnerschaft ist auch in der Schweiz eine weit
verbreitete Realität und kommt in allen sozialen Schichten vor. Sie betrifft
Frauen, Männer und Kinder aller Kulturen, Bildungsniveaus und jeden Alters.

Viele Frauen, Männer, Kinder erleben Gewalt am eigenen Leib - und an der
eigenen Seele. Sie werden blossgestellt, lächerlich gemacht, beschimpft,
bedroht, gedemütigt, gewaltsam isoliert, kontrolliert, geschlagen und
vergewaltigt.

Gewalt in Paarbeziehungen und Familien meint alle Formen von Gewalt in den
verschiedenen Konstellationen von bestehenden oder aufgelösten
Paarbeziehungen. Konkret also körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt
in Ehe und Partnerschaft, bei heterosexuellen oder homosexuellen Paaren, bei
gemeinsamem und getrenntem Wohnsitz und auch bei Paaren in der Trennung oder
nach der Trennung.

Diese Gewalt hat immer auch Folgen für die Kinder. Selbst ganz kleine Kinder
nehmen Konflikte und alle Formen von Gewalt in der Partnerschaft sehr subtil
wahr, ob sie diese hautnah miterleben oder nur indirekt. Oft sind auch die
Kinder selber von Gewalt betroffen. In jedem Fall leiden sie unter der
bedrohlichen und nicht verlässlichen Situation und brauchen ebenso Hilfe und
Unterstützung wie ihre Mütter oder Väter.

Für Gewaltbetroffene ist es oft sehr schwer, die belastende Situation zu
verändern. Oft ist der erste Schritt damit gemacht, es einfach mal zu
erzählen.
Es braucht viel Mut und Kraft, den Partner, die Partnerin zu verlassen.
Damit ein solcher Entscheid reifen kann, ist es hilfreich, die eigenen
Rechte und Möglichkeiten sowie unterstützende Angebote zu kennen und
Kontakte zu knüpfen.

Für Migrantinnen verschärft sich die Situation zusätzlich, wenn sie sich
sprachlich und kulturell nicht gut zurechtfinden. Bei einer Trennung
respektive Scheidung vom Partner kann der Verlust der Aufenthaltsbewilligung
drohen.
Wir beraten sie je nach sprachlichen Möglichkeiten selber oder vermitteln
sie an spezialisierte Stellen.

Über das Auftreten von Gewalt in Paarbeziehungen entscheiden oft die
Verteilung von Macht, Einfluss und Kontrolle zwischen den Partner und
Partnerinnen, sowie die Form der Kommunikation und ihre sozialen Kontakte.
Die Rollenverteilung innerhalb einer Partnerschaft hat einen grossen
Einfluss auf das Vorkommen von Gewalt. Wenn Paare gleichberechtigt
zusammenleben, ist die Gewaltgefährdung kleiner. Gewalt spiegelt immer ein
Kräfteungleichgewicht der involvierten Personen wider.


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